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Hier finden Sie Pressetexte zur geplanten Fusion der Emsländische Volksbank eG und der Volksbank Lingen eG.

Aufsichtsrat glaubt fest an Fusion zur großen Volksbank im Emsland

Aufsichtsrat glaubt fest an Fusion zur großen Volksbank im Emsland

Neu: Meinungsabfrage unter Vertretern

Lingener Tagespost
Artikel vom 04.11.2020

von Hermann-Josef Mammes

Meppen. Gerade im mittleren Emsland mehren sich die Stimmen gegen die 2021 geplante Fusion der Emsländischen Volksbank (EVB) und der Volksbank Lingen. Der designierte Aufsichtsratsvorsitzende Gerd Partmann zeigt sich im Interview mit unserer Redaktion trotzdem "zuversichtlich", dass die Verschmelzung gelingt.

Dabei wäre es nach der Fusion der drei Sparkassen der ehemaligen drei Altkreise in den 1980-er Jahren zur Sparkasse Emsland die zweitgrößte "Elefantenehe" emsländischer Kreditinstitute zur dann gleichzeitig größten Genossenschaftsbank in der Weser-Ems-Region. Der 46-jährige Twister Rechtsanwalt Gerd Partmann ist bislang Aufsichtsratsvorsitzender in Meppen und soll dann ab Herbst 2021 neuer Aufsichtsratsvorsitzender der beiden verschmolzenen Kreditinstitute werden.

Herr Partmann: Was sind die drei wichtigsten Gründe für die Fusion?
Dies ist zum einen die große Chance, eine gemeinsame Bank zukunftsfähig aufzustellen. Gerade vor dem Hintergrund der schwierigen Rahmenbedingen wie dem Niedrigszinsniveau, den regulatorischen - aber auch Eigenkapitalanforderungen. Eine dann noch leistungsfähigere Genossenschaftsbank ist zudem ein noch stärkerer Partner für die regionale Wirtschaft. So wollen im dynamischen Wirtschaftsraum Emsland viele Betriebe weiter wachsen. Zugleich sollen drittens unsere Kunden auf jeden Fall dank des guten Filialnetzes ihre gewohnten Ansprechpartner vor Ort behalten.

Welche Vorteile bringt die Fusion für Meppen? In den bisherigen Mitteilungen wurden in der Öffentlichkeit fast nur die Vorteile der Bankenehe herausgestellt. In bestimmten Teilen der Mitgliedschaft gerade der EVB in Meppen regt sich aber Widerstand gegen eine Fusion mit Lingen. Sind Sie sicher, dass die notwendige 75-Prozent-Mehrheit bei einer Vertreterversammlung in Meppen zustande kommt?

Wir sind zuversichtlich, dass die Mehrheit zustande kommt, da die skizzierten Vorteile die Zweifelsfragen bei weitem überwiegen.

Wie viele Vertreter entscheiden im kommenden Jahr über die Zukunft der Bankenfusion in Meppen?
Wir haben einschließlich der Ersatzleute rund 260 gewählte Vertreter.

Wie setzt sich die Vertreterversammlung zusammen und wer hat im Vorfeld die Vertreter bestimmt?
Diese werden in einem festgesetzten Verfahren turnusmäßig von den Mitgliedern gewählt. Jeder vertritt jeweils 100 Mitglieder, und die Zusammensetzung entspricht dem regionalen Proporz der Filialen zum Beispiel in Aschendorf, Twist, Haren oder Meppen.

Warum führen Vorstand und Aufsichtsrat in den kommenden Wochen eine Umfrage innerhalb der Vertreter durch? Haben Sie Befürchtungen, dass sich mehr als 25 Prozent gegen eine Verschmelzung aussprechen könnten?
Wir wollen ein Meinungsbild abfragen. Bei der Vertreterversammlung am 7. Oktober der EVB in Meppen waren nur 111 Vertreter anwesend. Die Zusammenkunft nahm einen unruhigen Verlauf. So konnten wir nur ein diffuses Stimmungsbild einfangen. Wir wollen jetzt ein fundiertes Meinungsbild von möglichst allen Vertretern einholen.

Sie sagen, dass den beiden Filialen der Volksbank Lingen in Lohne und Wietmarschen eine weit entfernte Zentralverwaltung in Meppen nur schwer vermittelbar wäre, aber für Dörpen und Aschendorf ist Lingen mindestens genauso so weit entfernt....
Es geht nicht um die Entfernung, zumal wir ja die Filialen vor Ort erhalten wollen. Gerade bei Lohne geht es um eine ehemalige historische Bindung. So gehörte Lohne ehemals zum Altkreis Lingen.

Sie führen als weiteren Vorteil für Lingen an, dass die Volksbank Lingen über mehr Immobilienbesitz verfügt und damit bei einer Fusion rund 200.000 Euro weniger Grunderwerbssteuer fällig wird. Dabei wollte die EVB doch noch 2019 selbst an der Emsstraße bauen. Das Grundstück ist doch gerade frei geworden. Hätte sich dann die Situation nicht ganz anders dargestellt?
Es geht letztendlich nur um die rechtstechnische Frage, welche Bank die aufnehmende Bank ist. Das Argument wird überschätzt. In der Regel ist immer das Unternehmen mit dem größeren Immobilienbesitz das Aufnehmende. Die 200.000 Euro sind aber auf keinen Fall das allein ausschlaggebende Kriterium. Wichtig ist, dass insgesamt ein ausgewogenes Verhältnis unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte bei den Fusionsverhandlungen erzielt wurde.

Verliert Meppen mit nur einem gegenüber zwei Vorständen der Volksbank Lingen nicht entscheidend an Einfluss?
Ein klares Nein. So ist vereinbart, dass bei einer Fusion die drei Bankvorstände untereinander gleichberechtigt sind. Es gibt keinen Vorstandsvorsitzenden. Zudem werden sie nach dem Einstimmigkeitsprinzip ihre Entscheidungen zu treffen haben. Im Zweifelsfall können nicht zwei den dritten Vorstandskollegen überstimmen. Das ist ausgemachte Sache.

Wird die sogenannte mittlere Führungsebene (Bereichsleiter und Prokuristen) nicht mittelfristig von Meppen nach Lingen abgezogen?
Auch hier ein klares Nein. Es ist beabsichtigt, dass unabhängig vom juristischen Sitz Meppen und Lingen Hauptstandorte bleiben. Damit bleiben auch bedeutende Abteilungen weiter in Meppen angesiedelt und mit ihnen natürlich auch ihre Führungskräfte.

Wie groß wird der personelle Aderlass für Meppen sein?
Es wird keinen Aderlass geben. Es ist zwar beabsichtigt und notwendig, die Anzahl der Arbeitsplätze insgesamt zu reduzieren, dies lässt sich aber sozialverträglich z. B. durch altersbedingte Fluktuation regeln. Davon sind beide "Alt-Banken" gleichermaßen betroffen. Es wird sich also nicht einseitig zu Lasten der Kreisstadt auswirken.

Andere Volksbanken in der Region haben neue Geschäftsmodelle entwickelt, wie z.B. die Volksbank Haselünne den Immobilien-Sektor. Hat es die EVB verpasst, sich zu spezialisieren, um erfolgreicher am Markt zu sein?
Wieder ein klares Nein. Das ist kein Versäumnis der EVB, sondern ein klare strategische Ausrichtung. Wir wollen und müssen mit unserem Kerngeschäft als Bank zukunftsfähig aufgestellt sein. Wir wollen uns nicht mit anderen Tätigkeiten verzetteln, sondern als Bank für alle unsere Kunden, seien es Arbeitnehmer, Landwirte oder Unternehmen, vor Ort präsent sein und bleiben. Das gilt natürlich nicht nur für Meppen, sondern zum Beispiel auch
für Aschendorf, Dörpen, Haren, Geeste oder Twist.

Verliert die Stadt Meppen Gewerbe- und Einkommenssteuereinnahmen und in welcher Höhe?
Nein. Das ist ein Gerücht, das sich an der Sitzdebatte aufhängt. Der juristische Sitz ist aber eben nicht maßgebend dafür, wo ein Unternehmen Gewerbesteuern zahlen muss. Die Gewerbesteuer errechnet sich vielmehr nach der Lohnsumme der an den unterschiedlichen Standorten jeweils tätigen Arbeitnehmer.

Das heißt konkret....
Da wir für die Zukunft an zwei starken Hauptstandorten festhalten, werden die Gewerbesteuern weiterhin in Meppen und Lingen wie bisher fließen. Da wir mit der Fusion die Ergebnissituation der neuen Emsländischen Volksbank verbessern wollen, gehen wir sogar davon aus, dass es für alle Standorte eher ein höheres Gewerbesteueraufkommen geben wird.

Der Meppener EVB-Vorstand Frank Thiel wird dem neuen Vorstand nicht mehr angehören. Wie sieht seine Zukunft aus?
Es gibt mit ihm eine Vereinbarung über sein vorzeitiges Ausscheiden vor dem Erreichen der Altersgrenze.

Zum Schluss die Frage, wie stehen Sie persönlich zur Diskussion um den zukünftigen Hauptsitz der Emsländischen Volksbank?
Die Diskussion um die Sitzdebatte ist aus meiner Sicht zu sehr eingeengt und verstellt den Blick auf das Wesentliche. Zudem weise ich darauf hin, dass die Lingener Vertreter ihre Anzahl mit Blick auf die Fusion bereits auf die Hälfte reduziert haben, was als deutliches Signal pro Fusion zu werten ist.


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Meppen und Lingen bleiben auch nach Fusion Hauptstandorte

Meppen und Lingen bleiben auch nach Fusion Hauptstandorte

2021 neue "Emsländische Volksbank"?

Lingener Tagespost
Artikel vom 17.10.2020

von Thomas Pertz

Lingen. Sicher ist: Die Vorstände und Aufsichtsräte der Volksbank Lingen und der Emsländischen Volksbank in Meppen wollen fusionieren. Sicher ist aber auch, dass es noch viel Redebedarf gibt, wie vor allem die Vertreterversammlung der Emsländischen Volksbank in Meppen gezeigt hat.

Dort sorgt insbesondere das Votum der Aufsichtsräte und Vorstände für Lingen als formalen Sitz der neuen Emsländischen Volksbank für Unmut. Wir fassen hier die wichtigsten Punkte zusammen, um die es bei der geplanten Fusion im Jahr 2021 geht.

Juristisch übernehmende Genossenschaft: Die neue Emsländische Volksbank hat ihren juristischen Sitz in Lingen. Die beiden Hauptstandorte sind Meppen und Lingen. Die Begründung dafür liegt in der Grunderwerbssteuer, die auch bei einer Verschmelzung fällig wird. Da die Volksbank Lingen über mehr Immobilienbesitz verfügt, ist es vorteilhafter, wenn sie übernehmende Genossenschaft wird (also juristisch weiterbesteht, während die Emsländische Volksbank Meppen eG mit Verschmelzung juristisch erlischt). Der Vorteil beläuft sich nach Informationen der Redaktion auf rund 200.000 Euro.

Sitz der Genossenschaft: Dass Lingen Sitz der Genossenschaft werden soll, ist Bestandteil des Verhandlungsergebnisses zwischen beiden Banken. Von der Emsländischen Volksbank bleibt der Name, von Lingen bleibt der Sitz. Die Lingener Volksbank stellt zwei Vorstände, die Emsländische Volksbank stellt einen Vorstand und den ersten Aufsichtsratsvorsitzenden. Lingen wird genossenschafts- und gesellschaftsrechtlich übernehmende Genossenschaft wegen der Vorteile bei der Grunderwerbssteuer, Meppen wird arbeitsrechtlich übernehmende Gesellschaft. Der Grund liegt in der höheren Anzahl der Beschäftigten dort.

Die Standorte: Der Standort Emsstraße Meppen bleibt ein großer und wichtiger Standort. In Lingen in der Lookenstraße ist das Gebäude heute bereits voll belegt. Dort gibt es keine freien Kapazitäten für zusätzliche Mitarbeiter. Deshalb werden die Kapazitäten in der Emsstraße in Meppen auch dauerhaft benötigt. Das Gebäude wird weiter vollständig ausgelastet sein.

Es kann aber nach Informationen der Redaktion zu Verlegungen von Arbeitsplätzen kommen, da die internen Abteilungen künftig zentral an einem Standort gebündelt werden sollen - teilweise in Lingen, teilweise in Meppen. Dies soll, so war zu erfahren, jeweils für eine Abteilung zusammenhängend und vollständig an einem Standort gelten. Welche Abteilungen und welche Beschäftigten wie davon betroffen sein werden, steht noch nicht fest. Fest
steht aber, dass die dann zuständigen Führungskräfte (Bereichsleiter und Prokuristen) auch bei ihrer jeweiligen Abteilung vor Ort ihren Arbeitsplatz haben werden.

Die Mitglieder und Kunden: Für sie ist es vor allem wichtig, dass ihre Ansprechpartner vor Ort bleiben. Das bleibt auch so. Fusionsbedingt sind keine Filialschließungen vorgesehen.

Die Vorstände: Sie haben ihr Büro in Lingen, sitzen "Tür an Tür", was die Entscheidungswege verkürzt.

Vertreterversammlung in Lingen: Die Vertreterversammlung der Volksbank in Lingen hat beschlossen, dass für ein ausgewogenes Verhältnis künftig nur ein ein Vertreter pro 100 Mitglieder "zuständig" ist . Bislang war es 1:50. Das heißt, sie hat sich selber um die Hälfte reduziert, um auch dort ein ausgewogenes Verhältnis zwischen beiden Banken zu erzielen. Das Votum fiel einstimmig aus, was als starkes Signal für die Fusion verstanden wurde.

Die Grafschaft: Die Volksbank Lingen hat zwei Filialen in der Grafschaft Bentheim, nämlich in Lohne und Wietmarschen. Beide sind wichtige Filialstandorte der Bank, mit einer sehr guten Entwicklung in der dynamischen Gemeinde. Die "Grafschafter" müssen emotional bereits akzeptieren, dass sie demnächst nicht mehr bei der Volksbank Lingen sind, sondern bei der Emsländischen Volksbank. Wenn deren Sitz nun auch noch Meppen wäre, wäre das dort dem Vernehmen nach sehr schwer zu vermitteln.


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Vertreterversammlung Emsländische Volksbank eG am 07.10.2020

Emsländische Volksbank eG berichtet über besonders erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 und Fusionspläne

Am Mittwoch, den 07.10.2020 fand im Emslandsaal Kamp die Vertreterversammlung der Emsländischen Volksbank eG statt. Aufgrund der Coronasituation wurde die Veranstaltung von Juni auf Oktober verschoben und unter strengsten Hygieneauflagen durchgeführt.

Anwesend waren mehr als einhundert Vertreter der Bank um die Entwicklung des Geschäftsjahres 2019 zu verfolgen und sich über die Fusionspläne zu informieren. Vertreter, die aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnten, können sich die Versammlung im Nachgang als Mitschnitt anschauen.

Herr Wessels, Aufsichtsratsvorsitzender der Bank, begrüßte die Gäste und leitete die Veranstaltung.

Herr Krömer, Vorstandsmitglied der Emsländischen Volksbank eG, stellte das Geschäftsjahr 2019 vor. Das Jahr 2019 war eines der erfolgreichsten Jahre der Bank. Bei der Bilanzsumme konnte eine Steigerung von 5,6% zum Vorjahr erreicht werden und beim Kundenwertvolumen, sogar eine Steigerung von 10%. Mittlerweile sei bereits die 3 Mrd. Grenze überschritten worden. Die Kundeneinlagen machen der Bank im Negativzinsumfeld jedoch zu schaffen, so Krömer. Insgesamt steht die Bank, trotz des Spitzenergebnisses vor immer größeren Herausforderungen. Der Zinsüberschuss ist rückläufig, die Verwaltungsaufwendungen steigen und auch die Regulatorik stellt immer neue Anforderungen. In 2019 war das Betriebsergebnis noch auskömmlich, aber die Prognose der Bank zeigt in den kommenden Jahren einen stetigen Rückgang. Auch ein Grund für die geplante Fusion der Bank.

Nach den Geschäftszahlen 2019 wurde u.a. der Jahresabschluss 2019 und damit die Dividende für die Mitglieder beschlossen. Den Mitgliedern der Emsländischen Volksbank eG wird kurzfristig die Dividende i.H.v. 4% auf den Konten gutgeschrieben.

Die Aufsichtsratsmitglieder Frau Claudia Bröker, Herr Winfried Diekmann, Herr Ernst-Rolf Schmitz und Herr Ansgar Tappel wurden wiedergewählt. Herr Wessels scheidet altersbedingt aus dem Aufsichtsrat der Emsländischen Volksbank eG aus und wurde von seinem Vertreter Dr. Gerd Partmann sowie Herrn Diener vom Genossenschaftsverband gebührend verabschiedet.

Herr Thiel, Vorstandsvorsitzender der Emsländischen Volksbank eG stellte die Perspektiven der Bank für 2021 vor. Dabei hob er die Vorteile einer Verschmelzung mit der Volksbank Lingen eG hervor und zeigte auf, welche Konsequenzen sich für die EVB als Stand-Alone Lösung ergeben. „Durch die Fusion mit der Volksbank Lingen eG wird die Emsländische Volksbank eG zur größten Genossenschaftsbank in Weser/Ems und ist damit auf Augenhöhe mit der Sparkasse Emsland“, so Thiel. Es ergeben sich Chancen für die Bank, die Mitarbeiter, die Region und die Kunden. So würden größere Kreditvolumina für Firmenkunden möglich, interessante Aufgabengebiete und Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter geschaffen und eine dezentrale vertriebliche Infrastruktur langfristig aufrechterhalten werden können.

Abschließend referierte der Co-Vorstandsvorsitzende der DZ-Bank, Dr. Cornelius Riese, über die Entwicklung im Finanzmarkt und stützte die Thesen der Vorredner.

Vertreterversammlung Volksbank Lingen eG am 06.10.2020

Vertreterversammlung Volksbank Lingen eG am 06.10.2020

Gemeinsam für die Region: Volksbanken planen Fusion

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 ermöglicht Dividendenzahlung von 4 %

Lingen. Aufgrund der Corona-Pandemie sind für Genossenschaftsbanken zwar bestimmte rechtliche Veränderungen und Erleichterungen beschlossen worden, die Pflicht zur Durchführung einer Vertreterversammlung besteht jedoch weiterhin. Daher hat die Volksbank Lingen eG ihre ursprünglich für den 6. Juni geplante Veranstaltung jetzt unter Einhaltung der empfohlenen Corona-Schutzmaßnahmen nachgeholt.

Vorstand Jürgen Hölscher betonte, dass man gerade dieses Jahr eine Vertreterversammlung als Präsenzveranstaltung für besonders wichtig halte, um das geplante Fusionsvorhaben persönlich vorzustellen und auf Fragen dazu eingehen zu können. Er berichtete von einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2019, wies aber darauf hin, dass die seit Jahren anhaltende Null- bzw. Negativzinspolitik und die zunehmende Regulatorik die Banken vor immer größere Herausforderungen stelle.

Wachstum in Zahlen
Die Bilanzsumme der Volksbank Lingen eG beläuft sich auf 1,1 Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von 4,9 Prozent. Das betreute Kundenwertvolumen bei der Bank wuchs um 7,2 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. In allen Kundensegmenten waren Wachstumsraten zu verzeichnen. Das Wertpapier- und Fondsgeschäft entwickelte sich sehr positiv und allein das Volumen bei privaten Wohnungsbaufinanzierungen umfasste 2019 rund 45 Millionen Euro.

Auf den aktuellen Erfolgen dürfe man sich aber keinesfalls ausruhen, so Hölscher. Für die Zukunft befürchtet er eine große Insolvenzwelle und damit verbunden auch Kreditausfälle bei der Bank.

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 ermöglicht Dividendenzahlung

Ursprünglich hatte die Europäische Zentralbank aufgrund der Auswirkungen der Pandemie alle Banken aufgefordert, bis zum Jahresbeginn 2021 von der Ausschüttung der Dividenden abzusehen. Doch vor Kurzem hat die deutsche Finanzaufsicht Bafin ihren strikten Kurs für kleineren Banken und Sparkassen gelockert. Diese Geldhäuser dürfen ausschütten, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen. „Es ist gut, dass die Bafin bei der Frage der Ausschüttungen eine Differenzierung vorgenommen hat“, betonte Hölscher. Die Vertreterversammlung beschloss, dem Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand zu folgen und eine Dividende von 4 % an die Mitglieder auszuschütten.

Satzungsänderungen und Wahlen zum Aufsichtsrat

Um die Rechtssicherheit der Satzung der Volksbank zu gewährleisten und die Handlungsfähigkeit der Vertreterversammlung auch in Krisenzeiten zu gewährleisten, empfahlen Vorstand und Aufsichtsrat der Versammlung, Änderungen an Satzung und Wahlordnung vorzunehmen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Mitglieder beschlossen unter anderem eine Änderung der Wahlordnung: In Ausnahmefällen sind Vertreterversammlungen künftig auch virtuell möglich. Außerdem wurde für eine Reduzierung der Vertreterzahl zur Vorbereitung der beabsichtigten Fusion gestimmt. Ein Vertreter vertritt künftig 100 Mitglieder. Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat standen die Ratsmitglieder Christine Wöste aus Dalum, Hermann Kuhlmann aus Brögbern und Bernhard Tieke aus Langen satzungsgemäß zur Wiederwahl an und wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Dank an Clemens Topper

Der Aufsichtsratvorsitzende Alfons Veer richtete einen herzlichen Dank an Clemens Topper aus Gersten, der nach über 30-jähriger Tätigkeit im Aufsichtsrat altersbedingt ausscheidet. Clemens Topper gehörte seit 1990 dem Aufsichtsrat der ehemaligen Volksbank Langen-Gersten eG an und begleitete in dieser Funktion die Fusion mit der Volksbank Lingen eG im Jahr 2014. In sechs Jahren gemeinsamer Zusammenarbeit im Aufsichtsrat der Volksbank Lingen eG habe Veer ihn als engagierten, zukunftsorientierten und mit der Region sehr verbundenen Aufsichtsratskollegen kennengelernt.

Fusion angestrebt: Mit vereinten Kräften in die Zukunft

Vorstand Carsten Schmees präsentierte das geplante Fusionsvorhaben der Volksbank Lingen eG mit der Emsländischen Volksbank eG in Meppen: Vor dem Hintergrund der anhaltenden Niedrigzinsphase sowie der übrigen Widrigkeiten aus Markt, Regulatorik, Digitalisierung und Fachkräftemangel stellen sich laut Schmees Fragen nach der Zukunft der Genossenschaftsbanken im Emsland. Nach ausführlicher Diskussion innerhalb der jeweiligen Häuser und Gremien hätten sich die Vorstände und Aufsichtsräte in einer gemeinsamen Sitzung am 27. Januar 2020 einstimmig für eine Verschmelzung der beiden Genossenschaften ausgesprochen. Durch die Fusion würde die größte Genossenschaftsbank in Weser Ems mit knapp 45 000 Mitgliedern, etwa 99 000 Kunden und einer Bilanzsumme von rund 2,7 Milliarden Euro entstehen.

Nutzen für unsere Mitglieder und Kunden

Schmees erläuterte die Vorteile, die man durch die Fusion erzielen wolle:
Durch die neue Bankengröße und die damit steigenden Kreditgrenzen könne die Versorgung der regionalen Wirtschaft mit Krediten weiter ausgebaut werden.

Gleichzeitig könne man die wachsenden Kundenanforderungen an ein modernes Kreditinstitut noch besser erfüllen, z. B. durch den gemeinsamen Ausbau der kostenintensiven digitalen Vertriebskanäle. Im Zuge der Verschmelzung sollen alle Filialen erhalten bleiben. Die Volksbank sieht ihre auch räumliche Kundennähe nach wie vor als wichtigen Wettbewerbsvorteil. Abschließend appellierte Schmees an die Vertreter, das Vorhaben zu unterstützen und den Nutzen der Fusion in Ihrem Umfeld zu kommunizieren. Die endgültige Entscheidung über die Fusion haben die Vertreterversammlungen beider Banken im Mai 2021. Die Verschmelzung ist dann rückwirkend zum 1. Januar 2021 vorgesehen.

Antworten zu häufig gestellten Fragen zu dem Fusionsvorhaben, über das die Vertreter beider Banken im kommenden Jahr zu entscheiden haben, sind auf einer eigens dafür angelegten Homepage unter www.elvb.de zu finden.

 

Volksbank Lingen eG
Anne Katrin Tholen
Telefon:   0591 9135-9180
E-Mail:     anne.tholen@volksbank-lingen.de

Fusionsabsicht

Verschmelzung beabsichtigt – Aus der Emsländischen Volksbank eG und der Volksbank Lingen eG soll die größte Genossenschaftsbank in Weser-Ems entstehen

Die Vorstände und Aufsichtsräte beider Banken haben in einer gemeinsamen Sitzung einstimmig eine Absichtserklärung zur Verschmelzung der beiden Genossenschaften beschlossen. Das Votum der Mitglieder soll in den Vertreterversammlungen im Jahr 2021 eingeholt werden.

Beide Institute weisen eine langjährige Tradition auf und sind in der Region sowohl als verlässlicher Finanzpartner ihrer Mitglieder und Kunden als auch als Arbeitgeber fest verankert. Dies soll sich auch nicht ändern; ganz im Gegenteil: Durch die Fusion der beiden Häuser sollen Stärken gestärkt und Synergien genutzt werden, um als größte Genossenschaftsbank in einer starken Region die Entwicklung des heimischen Wirtschaftsraums noch besser unterstützen zu können. "Durch steigende Kreditgrenzen lässt die neue Bankengröße es beispielsweise zu, die Versorgung der regionalen Wirtschaft mit Krediten noch weiter auszubauen.", so Jürgen Hölscher, Vorstand der Volksbank Lingen eG. "Auch den Herausforderungen der Regulatorik und Digitalisierung kann sich ein gemeinsames Institut wesentlich besser widmen; so werden Doppelarbeiten vermieden."

Klaus Krömer, Vorstand der Emsländischen Volksbank eG erläutert: "Unsere langjährige Kooperation und gemeinsame Projekte haben gezeigt, dass wir gut harmonieren. Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen sich bereits und tauschen sich schon heute aus. Darauf bauen wir auf."

Beide Institute werden als gleichwertige Partner in die Fusion gehen. Das zeigt sich auch dadurch, dass der Name der Emsländischen Volksbank eG für das Gesamtinstitut erhalten bleibt, während der Sitz der Genossenschaft in Lingen sein wird. Die neue Emsländische Volksbank eG wird eine Bilanzsumme von etwa 2,7 Milliarden Euro aufweisen, von rund 44 000 Mitgliedern und gut 400 Mitarbeitern getragen und von drei Vorständen geführt. Das sind Jürgen Hölscher, Klaus Krömer und Carsten Schmees. Frank Thiel wird zum Zeitpunkt der Verschmelzung in den Ruhestand gehen. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende soll – so der Plan – aus dem Hause der heutigen Emsländischen Volksbank eG kommen.

"Mit Blick auf die Entwicklung in der Bankenbranche sind wir der Meinung, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, diesen Schritt zu gehen", so Carsten Schmees. "Wir agieren aus einer Position der Stärke, statt irgendwann womöglich reagieren zu müssen. Die neue Unternehmensgröße ermöglicht weitere Effizienzsteigerungen und verbessert die künftige Wettbewerbsfähigkeit."

Frank Thiel ergänzt: "Dieser Schritt, davon sind wir überzeugt, stärkt nicht nur unsere Genossenschaftsbank, sondern leistet auch einen Beitrag zur Stärkung der gesamten Wirtschaftsregion."

  Lingen Meppen Gesamt
  31.12.2019
T€/Anzahl
31.12.2019
T€/Anzahl

 

T€/Anzahl

Bilanzsumme 1.112.207 1.621.603 2.733.810
Kundenwertvolumen 2.370.020 2.933.560 5.303.580
 
Forderungen an Kunden 837.437 1.222.284 2.059.721
Einlagen von Kunden 763.389 1.030.530 1.793.919
 
Anzahl Kunden 43.506 54.994 98.500
Anzahl der Mitglieder 20.484 23.978 44.462
 
Beschäftigte insgesamt 179 248 427
 
Filialen (davon SB) 15 16(3) 31(3)